„Mit KI optimieren macht 10, 20 Prozent effizienter. Richtig cool ist es, wenn sich der Prozess selbst ändert.“
Keynote KI im Facility Management: Apleona und Deutsche Bank
Zweiter Vortrag vor demselben Kreis, ein Jahr nach dem ersten. Damals ging es um Sensibilisierung. Diesmal um Use Cases, veränderte Prozesse und die Frage, wer haftet, wenn die KI die Rechnung geprüft hat.
- Veranstalter
- Apleona / Deutsche Bank ↗
- Anlass & Ort
- Savings & Quality Workshop · Frankfurt am Main
- Format
- Auftakt-Keynote, ca. 60 Min. · Deutsch
- Publikum
- ca. 50 Fach- und Führungskräfte
Was der Veranstalter wollte. Und wer im Saal saß.
Jede Keynote KI beginnt mit einem Briefing-Gespräch. Daraus entstehen Titel, Branchenteil und Use Cases. Das war der Auftrag hier.
Die Aufgabe
Keynote zum Auftakt eines gemeinsamen Workshoptags von Apleona und Deutscher Bank. Die Teilnehmenden sollten nicht berieselt, sondern befähigt werden, eigene Use Cases zu finden. Danach stellte Apleona seine KI-Roadmap vor, dann wurde gemeinsam gearbeitet.
Das Publikum
Rund 50 Fach- und Führungskräfte aus dem Immobilienmanagement der Deutschen Bank und ihre Pendants bei Apleona. Jede Disziplin doppelt besetzt: Cleaning, Parken, Security, Catering, Document Service, Gebäudetechnik, Energie. Operativ, keine IT.
Der Rahmen
Rund 60 Minuten als Einflug in den Workshoptag am Frankfurter Flughafen. Der zweite Vortrag vor diesem Kreis: Ein Jahr zuvor ging es um Grundlagen, jetzt um Prozesse.
„Qualität verbessern mit KI.“
Was in der Keynote passiert ist.
Rekonstruiert aus Briefing und Deck. Mitschnitte gibt es nicht, die Folien bekamen die Teilnehmenden per QR-Code.
Ein Jahr zuvor stand ich vor denselben Leuten. Flughafen Frankfurt, derselbe Workshop, dieselben Disziplinen: Cleaning, Parken, Security, Catering, Document Service, Gebäudetechnik, Energie. Jede Disziplin doppelt besetzt, einmal Deutsche Bank, einmal Apleona. Damals war die Aufgabe: Sensibilisieren. Zeigen, dass KI nicht nur ein Chatfenster ist.
Diesmal hatte ich im Briefing einen Satz notiert, der die ganze Keynote geprägt hat: Die Teilnehmenden sollen nicht berieselt werden. Sie sollen befähigt werden, selbst Use Cases zu finden. Nach meinen 60 Minuten stellte Apleona seine KI-Roadmap vor, danach arbeiteten beide Seiten den Rest des Tages gemeinsam. Eine Keynote als Werkzeugkasten, nicht als Show.
Der Markt digitalisiert alles, außer sich selbst
Die Branchenlage zum Einstieg, mit den Zahlen aus dem Deck: 65 Prozent der Beschaffungsorganisationen im europäischen Facility Management setzen keinerlei KI ein. Nur 14 Prozent haben ihre FM-Prozesse umfassend digital dokumentiert. Gleichzeitig stieg der Tariflohn in der Gebäudereinigung in zwei Jahren um 11,1 Prozent, und 82 Prozent der Anbieter nennen Personalmangel als größte Herausforderung.
Das ist keine Branche, die zu spät dran ist. Das ist eine Branche, in der noch fast niemand angefangen hat. Mein Satz dazu auf der Bühne: Sie sind nicht spät dran. Sie sind gerade noch rechtzeitig, um vorne zu sein.
Wer haftet, wenn die KI die Rechnung geprüft hat?
Im Facility Management gibt es eine Frage, die über allem steht: die Betreiberverantwortung. Sie ergibt sich aus rund 400 Rechtsquellen mit über 2.000 Einzelpflichten. Daran ändert KI nichts. Deshalb habe ich das KOMPASS-Modell aus meinem Whitepaper „Kompass für Führung“ auf drei Fragen für das FM zugespitzt:
- Wer haftet, wenn das Ergebnis falsch ist? Die Betreiberverantwortung bleibt beim Menschen, egal wer die Vorlage geschrieben hat.
- Was passiert mit den Daten? Ein FM-Vertrag mit einer Bank zerfällt in zwei regulatorische Welten, MaRisk und DORA. Das muss vor dem ersten Prompt geklärt sein.
- Kann man belegen, wie das Ergebnis zustande kam? Ohne vorliegende Dokumentation gilt eine Leistung als nicht durchgeführt. Das gilt ab sofort auch für jede Entscheidung, die eine KI vorbereitet hat.
Sechs von elf Tätigkeiten wandern
Dann der Teil, der im Saal am meisten bewegt hat: die Zerlegung einer konkreten Rolle. Ein Service Manager Cleaning hat elf typische Tätigkeiten. Sechs davon verändern sich grundlegend. Die KI übernimmt die Prüfung gegen das Leistungsverzeichnis, die Mängeldokumentation, die Zuordnung von Reklamationen, das Monatsreporting, die Rechnungs- und Aufmaßprüfung und die Anpassung von Reinigungsintervallen.
Beim Menschen bleiben Begehungen, Sonderregelungen, die Abstimmung mit dem Pendant auf der anderen Seite, Eskalationen und die Nutzerzufriedenheit. Nichts auf dieser Folie ist weg. Es ist nur woanders.
Dasselbe Prinzip für die Führungsrolle im Global Real Estate: Die KI erzeugt Reportings und Gremienvorlagen, macht Abweichungen über Objekte sichtbar, durchsucht Verträge nach Fristen und rechnet Szenarien. Die Führungskraft entscheidet, wenn Sicherheit, Kosten und Nutzerbetrieb sich widersprechen. Sie coacht das Team, Use Cases selbst zu finden. Und sie trägt eine Verantwortung, die nicht delegierbar ist, auch nicht an ein Modell.
Der Rechnungsprüfer, der nie müde wird
Sechs Use Cases für fünf Bereiche standen auf der Folie: der Rechnungsprüfer, der nie müde wird. Der Vertragsleser. Der Nachweis-Assistent. Die Reklamation, die sich selbst sortiert. Das Sicherheitskonzept als Entwurf, Version 0.7, an der der Fachmann weiterarbeitet. Und der Bedarf statt des Kalenders, gesteuert über Belegungsdaten.
Einen davon habe ich durchgerechnet, mit den Benchmark-Zahlen aus dem Deck: Die Kosten pro Beleg sinken von 12,88 bis 19,83 Dollar auf 2,78 Dollar. Die Durchlaufzeit von 17,4 auf 3,1 Tage. Die Ausnahmequote von 22 auf 9 Prozent. Und ehrlich dazu: 96,5 Prozent Erkennungsgenauigkeit bei digitalen Rechnungen, nur 87,5 Prozent bei Scans. Bei 20.000 FM-Rechnungen im Jahr und nur fünf Euro Ersparnis pro Beleg kommen 100.000 Euro zusammen. Vor dem ersten gefundenen Abrechnungsfehler.
Wie ein Use Case entsteht
Zum Schluss das Vorgehen, mit dem die Gruppen am Nachmittag gearbeitet haben: Prozesse sichtbar machen. Wissen aus den Köpfen holen. KI-Möglichkeiten dagegenhalten. Den neuen Prozess bauen. Gezeigt habe ich das an meiner eigenen Keynote-Vorbereitung, inklusive der Stelle, die nicht die Maschine gemacht hat: entscheiden, was dieses Publikum heute hören soll.
Mit KI optimieren macht einen Prozess 10 oder 20 Prozent effizienter. Richtig interessant wird es, wenn sich der Prozess selbst ändert. Welcher Ihrer Prozesse ist der erste, den Sie nicht beschleunigen, sondern neu bauen?
Was hängen blieb. Sätze aus dem Vortrag.
„Berufe fallen nicht weg, aber die Tätigkeiten dahinter ändern sich.“
„Nichts auf dieser Folie ist weg. Es ist nur woanders.“
„Sie sind nicht spät dran. Sie sind gerade noch rechtzeitig, um vorne zu sein.“
Was ich aus diesem Auftritt mitgenommen habe.
Keine Erfolgsmeldung, sondern Notizen vom Rückweg. Was funktioniert hat und was ich beim nächsten Mal anders mache.
- 01
Der Sprung von Sensibilisierung zu Prozessen war richtig.
Die Teilnehmenden waren deutlich weiter als ein Jahr zuvor. Ein Grundlagenvortrag hätte sie gelangweilt. Wer zum zweiten Mal vor demselben Kreis steht, muss den Stand des Publikums neu vermessen, nicht das alte Deck aufwärmen.
- 02
Die Gruppe hat sich gespalten.
Ein Teil hatte umgesetzt, was im Vorjahr besprochen wurde. Ein anderer Teil war noch nicht im Doing und hatte sich die Basics nicht selbst draufgeschaufelt. Ohne eigenes Arbeiten mit KI entsteht kein Fortschritt, auch nicht durch den besten Vortrag.
- 03
Der Voice-Tipp ist angekommen.
Im ersten Vortrag hatte ich empfohlen, mit Sprache statt Tastatur zu arbeiten. Viele hatten das umgesetzt. Ein konkreter, kleiner Tipp überlebt ein Jahr. Eine große Vision nicht.
- 04
Das Potenzial ist weiter riesig.
Selbst bei den Fortgeschrittenen steckt in der KI-Nutzung noch sehr viel ungenutztes Potenzial. Die Rechnungsprüfung allein wäre ein sechsstelliger Hebel, bevor der erste Abrechnungsfehler gefunden ist.
Fragen zu dieser Keynote und zum Format.
Was Veranstalter fragen, die einen ähnlichen Vortrag wie bei Apleona / Deutsche Bank planen.
Was war das Besondere an dieser Keynote KI für Apleona und die Deutsche Bank?
Es war der zweite Vortrag vor demselben Kreis innerhalb eines Jahres. Beim ersten Mal ging es um Sensibilisierung für Künstliche Intelligenz, diesmal um konkrete Use Cases im Facility Management, veränderte Prozesse und messbaren Nutzen. Die Keynote war bewusst kein Vortrag zum Zuhören, sondern der Auftakt eines Workshoptags, an dem beide Seiten eigene Use Cases erarbeiteten.
Welche KI-Use-Cases wurden für das Facility Management gezeigt?
Sechs Use Cases für fünf Bereiche: der Rechnungsprüfer, der nie müde wird, der Vertragsleser für Fristen und Pflichten, der Nachweis-Assistent für die Betreiberverantwortung, die Reklamation, die sich selbst sortiert, das Sicherheitskonzept als Entwurf in Version 0.7 und die Bedarfssteuerung über Belegungsdaten statt Kalender. Dazu eine Beispielrechnung zur Rechnungsprüfung mit Benchmark-Zahlen zu Kosten pro Beleg und Durchlaufzeit.
Wie wurde die Betreiberverantwortung im Facility Management berücksichtigt?
Über das KOMPASS-Modell mit drei Fragen für das FM: Wer haftet, wenn das Ergebnis falsch ist? Was passiert mit den Daten, wenn ein FM-Vertrag in zwei regulatorische Welten wie MaRisk und DORA zerfällt? Kann man belegen, wie das Ergebnis zustande kam? Grundsatz aus dem Vortrag: Ohne Dokumentation gilt eine Leistung als nicht erbracht, und das gilt auch für jede Entscheidung, die eine KI vorbereitet hat.
Eignet sich eine KI-Keynote als Auftakt für einen Workshoptag?
Ja, wenn sie kurz ist und Werkzeuge liefert statt Thesen. Hier waren es rund 60 Minuten mit einem 4-Stufen-Vorgehen, um eigene Use Cases zu finden: Prozesse sichtbar machen, Wissen aus den Köpfen holen, KI-Möglichkeiten dagegenhalten, den neuen Prozess bauen. Damit konnten die Gruppen nach der Keynote sofort arbeiten.
Verwandte Casesund Keynotes.
Ähnliche Veranstaltung in Planung?
Eine Keynote KI wie bei Apleona / Deutsche Bank: 30 Minuten Briefing, dann Branchenteil, Rollenbeispiele und Use Cases für Ihr Publikum. Kein Standardvortrag, kein Vertriebsgespräch.