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Case · Leadership Summit · Pharma

Keynote KI beim Leadership Summit: Aenova Group, Pharma-Auftragsfertigung

Innovation, Automation, Erneuerung: das Motto des Summits. Die Kernbotschaft auf Wunsch des Kunden: Wenn wir uns nicht aktiv verändern, werden wir verändert. Eine Abend-Keynote als Anmoderation für die KI-Prototypen, die am Folgetag live gezeigt wurden.

Dr. Hubertus Porschen als Keynote Speaker KI auf der Bühne
Bühnenfoto aus einer früheren Keynote
Veranstalter
Aenova Group ↗
Anlass & Ort
Leadership Summit · Grassau im Chiemgau
Format
Abend-Keynote 60 bis 75 Min. inkl. Q&A · Englisch
Publikum
ca. 150 internationale Führungskräfte aus 14 Werken
Ausgangslage

Was der Veranstalter wollte. Und wer im Saal saß.

Jede Keynote KI beginnt mit einem Briefing-Gespräch. Daraus entstehen Titel, Branchenteil und Use Cases. Das war der Auftrag hier.

01

Die Aufgabe

KI als Weg zu Wettbewerbsvorteilen, also agiler, schneller, wettbewerbsfähiger, und nicht primär als Personalabbau. Ausdrücklich keine IT-Veranstaltung, sondern Transformation des ganzen Unternehmens. Die Stimmung des Abends: eine Mischung aus Aha-Effekt und Entertainment, als Anmoderation der Prototypen vom Folgetag.

02

Das Publikum

Rund 150 internationale Führungskräfte zwischen 40 und 60: aus jedem der 14 Werke die Leitungen von Standort, Produktion, Qualität, Supply Chain, Finance und Customer Service, dazu Geschäftsführung und Funktionsleiter. Ein Drittel war schon weit, viele hatten kaum Vorwissen. In den Werken ist Jobangst eine der Hauptfragen.

03

Der Rahmen

60 bis 75 Minuten inklusive mindestens 15 Minuten Q&A, auf Englisch, nach dem Summit-Tag und vor dem Dinner in Grassau im Chiemgau. Fünf Use Cases hatten die eigenen Teams vorbereitet, drei davon wurden am Folgetag live gezeigt.

Titel der Keynote

„Game Changer AI. What happens if we don't?“

Auf der Bühne

Was in der Keynote passiert ist.

Rekonstruiert aus Briefing und Deck. Mitschnitte gibt es nicht, die Folien bekamen die Teilnehmenden per QR-Code.

Tabletten können andere auch. Der Satz stammt aus dem Management-Briefing der Aenova Group, und er hat die ganze Keynote getragen. Ein internationaler Pharma-Auftragsfertiger mit 14 Werken, rund 150 Führungskräfte im Saal in Grassau im Chiemgau, Motto des Leadership Summits: Innovation, Automation, Erneuerung. Mein Titel, auf Englisch: Game Changer AI. What happens if we don’t?

Der Abend hatte eine klare Aufgabe. Nicht Strategie, die kam am Folgetag mit den Prototypen der eigenen Teams. Sondern Anmoderation: Warum das alles, und warum jetzt? Die Kernbotschaft auf Wunsch des Kunden: Wenn wir uns nicht aktiv verändern, werden wir verändert.

Automatisiert. Trotzdem persönlich.

Der Einstieg war ein eigener Use Case: RITA, der Recruiting-Agent von AI Transformation Partners. Ein Agent begleitet jede Stelle und jede Bewerbung, der Mensch führt die Gespräche und entscheidet. Rund zwei Drittel weniger Vorbereitung und Administration. Ich zeige das gern zuerst, weil es die Jobangst-Frage vorwegnimmt: Automatisiert, trotzdem persönlich.

Dann die Lage. 725 Milliarden Dollar KI-Investitionen in einem Jahr. Industrie- und humanoide Roboter. Technologie exponentiell, Organisationen logarithmisch. Europas Rückstand in der Anwendung. Und ein Zitat, das Gottlieb Daimler um 1900 zugeschrieben wird: Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren. Vielleicht ist das nur eine nette Geschichte. Sie zeigt aber, dass wir uns nicht vorstellen können, was wirklich passiert.

Die Frage ist nicht, ob. Sondern wer schneller ist.

Die Lage in der Auftragsfertigung, aus dem Deck: Kunden erwarten Antworten in Minuten. Wissen steckt in Tausenden SOPs. Wartende Dokumente lassen Chargen warten. In einem Geschäft, in dem Tabletten andere auch können, entscheidet Geschwindigkeit in der Verwaltung über den Auftrag.

Deshalb die richtige Frage: Muss das noch ein Mensch machen? Drei Zonen, Mensch, Mensch plus KI, KI. ChatGPT ist kein Google: Google findet, was es gibt, ein Sprachmodell erzeugt, was es noch nicht gibt. Wahrscheinlichkeit, nicht Wahrheit. Und der beste Praktikant der Welt, der ohne Führung mittelmäßig bleibt.

Niemand geht die Linie per Chatbot ab

Führung verändert sich, das war Prinzip eins. Von der Führungskraft mit Team zur Orchestrierung. Das KOMPASS-Modell mit drei Fragen, bevor KI an GMP-Daten darf. Drei Rollen in einer Führungskraft: Systemmanager, Menschen- und Veränderungsmanager, entscheidender Fachexperte.

Prinzip zwei: Die Zyklen werden kürzer. Sechs Kondratjew-Wellen, von 60 auf rund 25 Jahre. KI ist die erste Technologie, die sich selbst beschleunigt. Die Dampfmaschine hat keine besseren Dampfmaschinen erfunden.

Dann die Neuverteilung der Arbeit, Traktor statt Pferd, an drei Rollen aus dem Haus. Die Schichtleitung in der Produktion: Niemand geht die Linie per Chatbot ab. KI nimmt den Papierkram drumherum ab. Die Auftragsannahme: vier von zehn Tätigkeiten übernimmt die KI, drei unterstützt sie. Die Werksleitung: entscheidet, coacht, verantwortet.

Fünf Use Cases aus den eigenen Werken

Das Besondere an diesem Abend: Die Use Cases kamen nicht von mir. Fünf hatten die eigenen Teams vorbereitet, drei davon liefen am Folgetag live. Auftragsannahme. Kreditorenbuchhaltung. Prüfung von Chargenprotokollen. SOP-Chatbot. Ich habe vier Ideen aus der Außensicht ergänzt, etwa Antworten auf Kunden-Audit-Fragebögen.

Und ein Punkt, der in der Diskussion danach die meiste Energie hatte: Im Moment rechnen wir noch nach Input und nicht nach Output. Das passt nicht in eine KI-Welt. Wer Anwesenheit misst, wird die gewonnene Zeit nie sehen.

Was machen Sie mit der gewonnenen Zeit?

Der Schluss: Anpassungsfähigkeit schlägt Wissen. Fünf Stufen bis zur Orchestrierung, Strategie von oben, Energie von unten. Und die Frage für den Abend: Was machen Sie mit der gewonnenen Zeit?

Was mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist, war nicht meine Folie, sondern ein Satz aus der Eröffnungsrede des Geschäftsführers: Bis 2030 kein Papier und kein Stift mehr im Unternehmen. Das wurde im Saal verstanden. Ein konkretes Ziel von oben wirkt mehr als jede Strategie. Welches Ziel in Ihrem Unternehmen ist so konkret, dass es jeder in einem Satz wiederholen kann?

Kernsätze

Was hängen blieb. Sätze aus dem Vortrag.

„Die Jobs werden nicht verschwinden, aber die Tätigkeiten dahinter verändern sich.“

Dr. Hubertus Porschen · Keynote bei Aenova Group

„Im Moment rechnen wir noch nach Input und nicht nach Output. Das passt nicht in eine KI-Welt.“

Dr. Hubertus Porschen · Keynote bei Aenova Group

„Niemand geht die Linie per Chatbot ab. KI nimmt den Papierkram drumherum ab.“

Dr. Hubertus Porschen · Keynote bei Aenova Group

„Es ist eigentlich die coolste Zeit, in der wir leben. Es bleibt uns eh nichts anderes übrig.“

Dr. Hubertus Porschen · Keynote bei Aenova Group
Erkenntnisse

Was ich aus diesem Auftritt mitgenommen habe.

Keine Erfolgsmeldung, sondern Notizen vom Rückweg. Was funktioniert hat und was ich beim nächsten Mal anders mache.

  1. 01

    Kulturen zu integrieren ist die echte Aufgabe.

    Gerade in internationalen Unternehmen mit 14 Werken ist es eine Herausforderung, unterschiedliche Kulturen auf ein gemeinsames Bild von KI zu bringen. Was in einem Werk als Chance gilt, ist im nächsten eine Bedrohung. Ein Vortrag muss beide Lesarten ernst nehmen.

  2. 02

    Es geht ums Weglassen.

    Es braucht konkrete Beispiele dafür, dass KI Dinge nicht komplizierter macht und Prozesse aufbläht. Oft heißt der Hebel: aus fünf Prozessen zwei neue, KI-gestützte machen und das Geschäftsmodell verändern. Nicht fünf Prozesse mit KI garnieren.

  3. 03

    Kein Papier und kein Stift bis 2030.

    Das sagte der Geschäftsführer in seiner Eröffnungsrede, und der Saal hat es verstanden. Ein so konkretes Ziel von oben wirkt stärker als jede KI-Strategie auf 40 Seiten.

  4. 04

    Digitalisierung ist die Grundlage.

    Beeindruckend klar wurde an diesem Abend: Ohne digitale Prozesse keine KI. Wer Chargenprotokolle noch auf Papier führt, kann sie nicht von einem Modell prüfen lassen. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar.

FAQ

Fragen zu dieser Keynote und zum Format.

Was Veranstalter fragen, die einen ähnlichen Vortrag wie bei Aenova Group planen.

Hält Dr. Hubertus Porschen KI-Keynotes auch auf Englisch?

Ja. Die Keynote beim Leadership Summit der Aenova Group lief komplett auf Englisch vor rund 150 internationalen Führungskräften aus 14 Werken, inklusive Q&A. Titel: „Game Changer AI. What happens if we don't?“ Das Deck und die Rollenbeispiele wurden für das internationale Publikum angepasst, die Use Cases kamen aus den eigenen Werken.

Wie wurde Jobangst in der Keynote angesprochen?

Direkt, weil sie in den Werken eine der Hauptfragen ist. Die Botschaft: Die Jobs verschwinden nicht, aber die Tätigkeiten dahinter verändern sich. Gezeigt an der Schichtleitung in der Produktion, die niemand per Chatbot ersetzt, an der Auftragsannahme, in der KI vier von zehn Tätigkeiten übernimmt und drei unterstützt, und an der Werksleitung. Auf Wunsch des Kunden ging es um Wettbewerbsfähigkeit, nicht um Personalabbau.

Welche KI-Use-Cases wurden für die Pharma-Auftragsfertigung gezeigt?

Fünf Use Cases, vorbereitet von den eigenen Teams bei Aenova, drei davon am Folgetag live: Auftragsannahme, Kreditorenbuchhaltung, Prüfung von Chargenprotokollen und ein SOP-Chatbot. Dazu vier Ideen aus der Außensicht, etwa Antworten auf Kunden-Audit-Fragebögen. Vorab die Lage der Auftragsfertigung: Kunden erwarten Antworten in Minuten, Wissen steckt in Tausenden SOPs, wartende Dokumente lassen Chargen warten.

Was braucht eine KI, bevor sie an GMP-Daten darf?

Drei KOMPASS-Fragen, die in der Keynote gestellt wurden: Dürfen die Daten dahin? Wer gibt frei? Kann man belegen, wie das Ergebnis zustande kam? Im GMP-Umfeld ist das die Bedingung für jeden Use Case, vom SOP-Chatbot bis zur Prüfung von Chargenprotokollen. Ein KI-Prüfbericht ist ein Entwurf, keine Freigabe.

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